Lieber integeres statt sechsstelliges Business! Oder was Anstand mit Deiner Marke zu tun hat.
Lieber integeres statt sechsstelliges Business!
21. März 2019
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Verbanne Bullshit-Bingo, wenn Du Kunden wirklich ansprechen willst!

Verbanne Bullshit-Bingo, wenn Du Kunden wirklich ansprechen willst!

Hallihallo!

Heute geht es um ein wichtiges Element, das Deine Marke maßgeblich beeinflusst: Die Sprache mit der Du nach außen kommunizierst. Hier liest man viel Schönes, doch auch ausgemachter Blödsinn treibt seine bizarren Blüten. Ich gehe in diesem Artikel auf letzteres ein, damit Du nicht in die Experten-Blabla-Falle tappst. Ich nenne das Bullshit-Bingo.

Neulich bin ich auf einen Artikel gestoßen, der gespickt war mit Worthülsen. Da fiel mir ein, dass ich schon öfter „professionelle“ Texte dieser Art lesen musste. Hier eine kleine Sammlung der Kategorie: Wie schreibe ich möglichst holzig und unauthentisch. 

Lösungswege für Ihren individuellen Bedarf

hochkarätig

internationales, interdisziplinäres Team von Spezialisten

ergebnisorientiert

Change-Management im gesamten operativen Bereich

Kommunikation auf Augenhöhe

begleitet lösungsorientiert Optimierungspotenziale 

New Business Development für Marketing und Sales

Consultant für Service Divisionen

internationale Cross Culture Competence

Wollen die Roboter anziehen? Diese Phrasen sind Null ansprechend oder empathisch. Bei einigen Formulierungen dachte ich – was denn sonst? Tatsächlich erwarte ich Lösungen für meinen individuellen Bedarf, wenn ich mich an einen Experten wende. Ergebnisorientiertes Arbeiten finde ich auch schön. 

Wenn es Ziel war, dass niemand so genau weiß, was die Firma anbietet, dann haben sie die volle Punktzahl erreicht. Sollte es allerdings darum gehen Menschen anzusprechen oder gar sich mit ihnen zu verbinden, um sie als Kunden zu gewinnen, würde ich anders vorgehen.

Apropos die inflationär verwendete Kommunikation auf Augenhöhe – sie ist bei diesen Worthülsen sicherlich nicht der Fall. Mit jedem Fremdwort erhöht der Verfasser sich. In jedem Satz steht „Ich bin der/die Allergeilste“! Zwischen den Zeilen kann man lesen „Ich hab Ahnung und Du nicht!“. 

Hier meine Schreib-Tipps, wenn Du Deine Kunden wirklich erreichen willst:

Überlege vorher was zwischen den Zeilen stehen soll. 

Da ist ein „Ich verstehe Dich und kann Dir helfen“ besser als ein „Ich stehe über Dir“. Noch schlimmer wäre: „Du bist ein Wurm, wenn Du meine Fachbegriffe nicht verstehst“. 

Sei echt – schreib echt!

Ich kann es nur immer wiederholen. Sei authentisch, so schaffst Du vertrauen. Schreib voller Liebe, Inbrunst und Leidenschaft! So wird Dein Text kein langweiliges Marketing-Blabla. Geh doch lieber in Deine Emotion, statt in die Landesbibliothek. 

Liste nicht alles auf was Du anbietest, sondern das was Deine Kunden davon haben!

Hier mein Beispiel, damit es anschaulich wird: Ich könnte sagen, „Ich gestalte Logos, Flyer und Briefpapier.“. Das ist das was am Ende der Markenentwicklung tatsächlich raus kommt. Es ist aber viel interessanter die Frage zu beantworten warum Du ein Logo, einen Flyer und Briefpapier brauchst. Bestimmt nicht um Dein Klo damit zu tapezieren. Du willst erfolgreich sein und sagen wir es mal ehrlich, Deinen Umsatz steigern. Ergo kommuniziere ich in meinem Marketing  lieber: Ich gestalte Dir eine Marke, die so anziehend ist, dass die Kunden Dir die Bude einrennen. Geiles Ziel und ein großes Versprechen! 

> Was hat Dein Kunde von Deinem Angebot?

 

Schreibtipps für Marketing-Texte

Verwende Fachbegriffe so selten wie möglich.

Damit meine ich Ausdrücke, die nur Deine Kollegen verstehen, der Kunde hingegen denkt „HÄH?!“. Wenn Du mal einen branchentypischen Begriff verwendest, erkläre ihn bitte. So erreichst Du, dass Du wirklich jeden abholst.
Bei uns in der Branche kursieren so einige „Buzzwords“: Brand, Image, Artwork, USP, POS, Costumer Journey… Als ich zum ersten Mal Praktikum in einer Werbeagentur gemacht habe, hab ich nix verstanden, wollte es mir aber nicht anmerken lassen. Mittlerweile verstehe ich das alles, habe mir aber vorgenommen so zu sprechen, dass meine Kunden mich verstehen.
Manchmal mache ich mir einen Spaß draus Leute auflaufen zu lassen, die diese Begriffe verwenden aber nicht verstehen. Vor ein paar Jahren saß ich in einem Meeting beim meinem langjährigen Kunden. Ein Messeberater hatte sich an meinen Kunden angewanzt und versuchte mit folgendem zu beeindrucken: „Der Messestand muss auf jeden Fall Image transportieren und Brand!“ Die Marketingleiterin forderte ihn heraus mit: „Was meinen Sie denn damit?“ Worauf er stammelte: „Äh, äh, das Logo halt!“ Da konnte ich es mir nicht verkneifen, dass ich es auch für eine gute Idee halte das Logo auf den Messestand zu machen 😉 Allerdings hätte ich es nicht, wie sein Messebauer auf Kniehöhe wo es niemand sieht platziert, sondern oben rechts, wie bei den anderen Werbemitteln. Da halte ich mich gern an die Regeln des Marken-Designs und des gesunden Menschenverstands 😉

Sprich die Menschen in Deinen Texten direkt an.

Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ansprechender als Texte in der dritten Person. Falls Du ein Einzelunternehmen hast, finde ich es übrigens komisch, wenn Du von Dir in der Wir-Form redest. So haben früher Könige über sich gesprochen. Und schon sind wir wieder beim Ich-stelle-mich-über-Dich-Thema bzw. Ich-bausche-mich-unnötig-auf angekommen. 

 

Fazit: Gib lieber ein großes Versprechen ab, als Worthülsen von Dir. 

Ich habe für mich festgestellt, dass ich lieber emotionale Texte lese. Texte mit Seele, die mich berühren. Texte mit einer klugen Aussage, die mich anspricht! Ich habe auch nichts gegen Umgangssprache. Von mir aus auch mit Schimpfwörtern oder Comicsprache, wie WOW oder Yeay (verwende ich selbst gerne). All das ist mir lieber als diese abgeleckten Pamphlete, die nur eines sagen: Ich bin schlau und Du hast keine Ahnung. Also sei echt und schreib schön! 🙂

Stefanie Schaffer Markengestalterin aus Wiesbaden

Motivierte Grüße

Deine Steffi,
leidenschaftliche MarkenerSCHAFFERin
und Red Dot Award Winner 2017 😀

PS: Wenn Du Lust auf weitere Tipps rund um Marke, Marketing und Mindset hast, trag Dich gern in meinen Newsletter ein! Ich freu mich auf Dich.

 

Jaich will unbedingt tolle Tipps,
wie ich meine Marke
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Portrait: Sabine Kristan